Rose und das Geheimnis des Alchemisten
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Autorin: Holly Webb Seiten: 314 Erscheinungsdatum: 16.07.2010 Verlag: bloomoon Preis: 12,95 Euro Genre: Fantasy |
Inhalt:
London im 19. Jahrhundert: Alchemisten bescheren dem Königshof Reichtum und Ehre. Sie haben ein uraltes Rätsel gelöst – und können nun Metalle in glänzendes Gold verwandeln! Das Waisenkind Rose ist von den Alchemisten und ihrer magischen Welt fasziniert. Doch als in London immer mehr Kinder spurlos verschwinden, ahnt sie, welche Gefahren die Magie birgt ...
Persönliche Meinung:
Zum
Cover:
Das
Cover sticht einem direkt ins Auge, man sieht direkt, dass es ich um
ein Jugendbuch handelt, dass wohl auch etwas mit Magie zu tun hat.
Zur
Story:
Die
Protagonistin Rose wird als Baby in einem Fischerkorb eines Londoner
Kirchhofes gefunden und lebt seitdem im St. Bridget´s Waisenhaus für
Mädchen. Der Alltag der Waisenkinder ist recht trostlos und trist
beschrieben und die Kinder müssen viel arbeiten, bekommen wenig zu
essen und nur abgetragene Kleidung. Jeden Sonntag dürfen sich die
Kinder die letzten verbliebenen Erinnerungsstücke an ihre Eltern
ansehen und träumen davon, doch eines Tages von ihnen aus dem
Waisenhaus abgeholt zu werden. Rose hat jedoch kein Andenken und
wünscht sich für ihre Zukunft eine Anstellung bei der sie selbst
Geld verdienen kann.Als Rose ungefähr 10 Jahre alt ist, scheint sich ihr Traum zu erfüllen, als eines Tages eine gut gekleidete Frau (Miss Bridges) im Waisenhaus erscheint und nach einem Mädchen zwischen 10 und 11 Jahrensucht , das vernünftig und zuverlässig ist, um als Dienstmädchen zu arbeiten. Die Wahl trifft auf Rose und noch am selben Tag kommt sie in das Haus von Mr. Fountain, einem Alchemisten und Zauberer, der am Hof des Königs arbeitet und Gold herstellt.
Dort freundet sie sich sofort mit dem gleichaltrigen Küchenjungen Bill an, der aus dem benachbarten Waisenhaus stammt, sowie mit der Köchin Mrs. Jones. Auch die Haushälterin Miss Bridges ist ihr wohlgesonnen. Nur das erste Dienstmädchen Susan, das ein wenig älter ist als Rose, macht ihr durch ihre Eifersucht das Leben schwer.
Neben den Angestellten leben im Haus noch Isabella, Mr. Fountains verzogene Tochter, Frederik, sein überheblicher Lehrling und Gustavus, sein arroganter Kater. Auch wenn sich Rose langsam einlebt, ist sie der Zauberei sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Trotzdem muss sie immer öfter feststellen, dass sie selbst scheinbar auch magisch begabt ist, obwohl sie dies zu verdrängen versucht. Doch Treppen, die sich von alleine zu bewegen scheinen und ein Kater, der in Gedanken mit ihr spricht, lassen sich leider nicht sehr gut ignorieren.
Nach und nach lebt Rose sich trotzdem gut ein und ihre Arbeit macht ihr Spaß. Im Laufe des Buches werden immer mehr merkwürdige Vorfälle berichtet, in denen Kinder aus der Nachbarschaft unterschiedlicher Schichten spurlos verschwinden. Dies bleibt auch der kleinen Rose nicht verborgen. Als auch noch ihre beste Freundin Maisie, ein anderes Waisenkind des St. Bridges verschwindet, macht sie sich auf die Suche. Sie findet heraus, dass eine böse Zauberin die Kinder entführt hat und sich durch das trinken von Kinderblut ewig jung halten will. Gemeinsam mit Frederik und Isabella, die sich doch nicht als so abscheulich herausstellen, wie zu Anfang gedacht, entwickeln sie einen Plan, um die Kinder zu befreien, der jedoch schief geht und alle drei in große Gefahr bringt. Wird es den Freunden gemeinsam gelingen, die verschwundenen Kinder zu befreien? Und wird Rose ihre magische Seite preisgeben?
Zu dem Buch:
Durch
Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen. Ich habe es für sage und
schreibe 1,99 Euro bei Kik ergattert.
Ich muss gestehen, ich habe dieses Buch
mitgenommen, weil mir das Cover so gut gefallen hatte, schließlich
kann man für ein Hardcover-Buch für knapp 2 Euro nichts falsch
machen.
Der
Schreibstil ist sehr flüssig. Man findet direkt in die Geschichte
hinein und kann sich die beschriebenen Charaktere, sowie die anfangs
traurige Atmosphäre direkt bildlich vorstellen.
Hier
wird eine wundervolle und magische Geschichte im historischen
London sehr bildlich und detailgetreu beschrieben . Die
Autorin Holly Webb schildert eine Welt der Magie, in der Zauberer und
Nichtzauberer in einer Gemeinschaft leben. Trotzdem herrscht eine
gewisse Spannung zwischen beiden: Diejenigen, die nicht zaubern
können, sind der Zauberei sehr skeptisch gegenüber eingestellt,
auch weil sie so teuer ist. Dabei zeigt die Autorin sehr deutlich
eine Schattenseite der modernen Konsumgesellschaft auf: Zauberei
fungiert hier als Statussymbol und treibt einen Keil zwischen arm und
reich. Die Geschichte spielt im London des 19. Jahrhunderts und
stellt sehr schön die Klassengesellschaft der damaligen Zeit dar.
Die
Charaktere:
Mit
der Protagonistin Rose hat die Autorin ein sehr liebenswürdiges
Mädchen erschaffen, das in seinem ganzen Denken und Handeln doch
sehr viel reifer wirkt als 10 Jahre. Mir persönlich erscheint sie
eher wie 14. Rose ist sehr natürlich, kann aber auch sehr dickköpfig
sein. Sie ist eher eine Realistin, die sich nicht wie ihre
Heimgenossinen Träumereien und Fantastereien hergibt.
Auch
die Nebencharaktere sind sehr lebhaft beschrieben. Frederik zum
Beispiel sieht sich als Lehrling des großen Mr. Fountain als überaus
begabt und wichtig an und verdeutlicht Rose ihre mindere Stellung.
Nachdem Rose ihn jedoch einmal aus einer brenzligen Situation rettet,
steht er in ihrer Schuld und das Verhältnis zwischen beiden
verbessert sich zusehends. Die sehr gegensätzlichen Persönlichkeiten
der Figuren, deren Beziehungen untereinander und die charakterlichen
Veränderungen die sie nach dem Auftauchen von Rose durchlaufen, machen den Charme des Buches aus.
Der
Küchenjunge Bill entwickelt sich nach kurzer Zeit zur Roses bestem
Freund. Er steht mit ihr auf gleicher Stufe, da er wie sie aus einem
Waisenhaus kommt und genau weiß, was es heißt, nicht auf der
Sonnenseite des Lebens geboren zu sein.
Bei
Miss Isabella war ich dann doch etwas verdundert, dass sie sich nun
letztendlich doch als gar nicht so schrecklich entpuppte, wie zu
Anfang des Buches.
Auch
die weiteren Nebencharaktere, Mrs. Jones, Susan, Mr. Fountain und
Miss Bridges sind hier so lebhaft beschrieben, dass man sie sich
direkt bildlich vorstellen kann, als wären sie alte Bekannte, die
man seit langem wieder trifft.
Fazit:
Ich
weiß, das hier ist eine sehr lange Rezi, aber ich bräuchte noch
weitere 1000 Wörter und noch mehr, um
diesem liebevoll erschaffenen Abenteuer um die kleine angehende
Magierin Rose gerecht zu werden. Es ist eine Mischung aus Harry Potter und der
Anime-Serie “Kleine Prinzessin Sara“. Ich habe es an einem Tag
regelrecht verschlungen. Zum Glück gibt es noch zwei weitere Teile
rund um die Abenteuer von Rose und Frederick, die ich im Anschluss
gleich lesen werde.
Ich
muss hier einfach 5 von 5 Büchersternchen vergeben und kann nur sagen,
in dieses Buch muss man einfach eintauchen und sich von dessen Magie
bezaubern lassen.